Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Montag, 29. Oktober 2012

RICHARD LAYMON: Das Spiel (Rezension)



Genre:

Thriller

Kurzbeschreibung:

"Eines Tages erhält die junge Bibliothekarin Jane Kerry einen geheimnisvollen Umschlag, der einen Fünfzig-Dollar-Schein und die Aufforderung enthält, sich an einem ominösen „Spiel“ zu beteiligen: Wenn sie jeweils Mitternachts eine bestimmte Aufgabe löst, dann verdoppelt sich ihre Belohnung. Aus Neugierde beteiligt sie sich. Die ersten Aufgaben sind noch leicht, doch sie werden härter und härter – bis sie Jane an einen Punkt führen, von dem es kein Zurück mehr zu geben scheint: Das „Spiel“ artet zu reinstem Terror aus..."
(Quelle: Klappentext)

Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch, 496 Seiten
Erschienen im Wilhelm Heyne Verlag

Über den Autor:

"Richard Laymon ist einer der meistverkauften Horror- und Thriller-Autoren Amerikas.
Seit Jahrzehnten werden seine Bücher immer wieder neu aufgelegt.
 
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird."  (Quelle: Heyne Hardcore)
 

Mein Fazit:

Meine Meinung zu diesem Buch in einem Satz?
 
Sehr spannend.... Aber übertrieben! Und stellenweise etwas too much!
 
Okay, genau genommen ist das gar kein vollständiger Satz, aber es trifft eben meinen Eindruck ziemlich genau. Doch vielleicht liegt das auch daran, dass ich auf Grund des Klappentextes anderes erwartet habe. Erst im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass Laymon von Haus aus eher ein "Horror-Autor" ist. Ein Genre, dass für gewöhnlich nicht zu meinen Vorlieben zählt....
 
Das Buch an sich ist äußerst spannungsgeladen, von der ersten Seite an lädt es dazu ein immer und immer weiterzulesen, kommt nahezu ohne jegliche Längen aus.
Der Autor "fackelt" nicht lang, steigt auf den ersten Seiten bereits direkt in die Handlung ein. Laymon versteht es, dunkle Stimmung, verschreckende Atmosphäre und das gewisse Gänsehaut-Feeling aufzubauen.
Schnell gelingt es ihm auch, dem Leser die Protagonisten seiner Story näherzubringen, Sympathien für die Figuren aufzubauen und gleichzeitig Misstrauen zu sähen. Bis zum Schluss ist der Leser bei gewissen Personen im Unklaren, ob er ihnen trauen, sie sympathisch finden kann oder, ob sie nicht vielleicht doch für all das Böse, das hier lauert selbst verantwortlich sind. Und überhaupt: Lauert denn hier überhaupt etwas Böses? Bleibt doch bis zum Schluss im Dunkeln, was es mit dem öminösen Spiel auf sich hat.
Und selbst dem "Bösewicht" gegenüber ist der Leser immer wieder hin- und her gerissen. Weiß er doch, oder ahnt viel mehr, dass der geheimnisvolle "Spielleiter" nur das Übelste im Sinn haben kann.... Oder?!? Natürlich lässt der gesunde Menschenverstand alle Alarmglocken schrillen und doch.... Könnte es sein, dass er vielleicht doch nur Gutes will???
Fragen über Fragen, und je weiter die Handlung fortschreitet desto mehr spitzt sich das Ganze zu.

Trotz aller Spannung, muss man jedoch sagen, dass die Story an irgendeinem Punkt doch sehr abdriftet, stellenweise tatsächlich stark ins Skurrile, Unwirkliche abdreht. Für den auf Grund des Klappentextes erwarteten Thriller doch ein wenig too much, eher schon "splatter-mäßig" angehaucht. 
Auch die Wandlung, welche die Hauptprotagonistin der Handlung physisch wie psychisch innerhalb kürzester Zeit durchläuft, mag der Leser zwar einerseits sehr positiv betrachten, andererseits aber doch als abwegig, wenn nicht äußerst unrealistisch ansehen.

Diese eben beschriebenen Punkte mögen das Lesevergnügen vielleicht für den ein oder anderen ein wenig schmälern, fallen aber insgesamt auch nicht allzu sehr ins Gewicht. Sieht man also von diesem kleinen Ausflug in den Horror ab, lässt sich insgesamt von einem wirklich guten, äußerst tempo- und spannungsreichen Buch sprechen, das durchaus lesenswert ist. Mit seiner besonderen Bildhaftigkeit spielt der Autor geradezu mit der Fantasie des Lesers und entführt ihn auf eine rasante Thriller-(Horror)-Achterbahn, bei der Aussteigen (nahezu) nicht mehr möglich ist. Festzuhalten bleibt aber auch: Das Buch ist nichts für zartbesaitete Gemüter!

FAZIT:
Insgesamt gebe ich dem Buch damit immerhin doch noch ganze (wenn auch knappe)
*4 Sterne*!
 
 
 
 


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