Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Mittwoch, 16. Januar 2013

NELE NEUHAUS: Eine unbeliebte Frau - Der erste Fall für Bodenstein und Kirchhoff [Rezension]

Bildquelle: Verlagsfoto

Genre:

Krimi/Thriller
(Taunuskrimi)

Kurzbeschreibung:

"Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?"
(Quelle: Verlagstext)

eBook, 384 Seiten, Preis: 8,99 €
Erschienen bei Ullstein eBooks
ISBN: 3-548-92089-6
Auch als Taschenbuch & Hörbuch erhältlich.

Über die Autorin:

"Nele Neuhaus wurde in Münster/Westfalen geboren und wuchs in Paderborn auf. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Die ersten drei Romane erschienen noch als Eigendruck, 2008 wurde sie vom Ullstein Verlag entdeckt. Mit ihren Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff hat sich Nele Neuhaus eine begeisterte Fangemeinde geschaffen und gehört zu den meistgelesenen deutschen Krimiautoren."
(Quelle: Verlags-Autoren-Homepage)

Weitere interessante Infos finden sich auf ihrer Homepage und auf der Verlags-Autoren-Homepage..

Zur Leseprobe geht es HIER.
Die Hörprobe zum Hörbuch: HIER

Mein Fazit:

Ehrlich gesagt, eine Bewertung ist hier nicht ganz einfach. Der Erstling von Nele Neuhaus hat was, liest sich nicht schlecht. Doch nach dem ganzen "Hype" zu urteilen, der um die Neuhaus-Reihe, insbesondere um ihr letztes Werk "Böser Wolf" gemacht wird, hatte ich mir eindeutig mehr erwartet.
Die Story ist nicht schlecht, kommt jedoch lange Zeit nicht so wirklich in Fahrt, der erste Teil des Buches liegt in meinen Augen irgendwo zwischen 2 und 3 Sternen. Dabei ist die Handlung insgesamt nicht uninteressant und auch wenn sie lange eher so "dahinplätschert", ist es doch nicht so, dass man das Buch aus der Hand legen wollte, weil es einen langweilt. Eher lässt man sich so "leicht berieseln". Erst in der zweiten Hälfte, vielleicht sogar etwas später kommt doch noch Tempo rein. 

Die Autorin baut ihre Figuren langsam auf, tastet sich vorsichtig heran, bleibt aber dabei eher an der Oberfläche. Fast wirkt es, als sei sie ein wenig ängstlich, mehr von den Persönlichkeiten ihrer Protagonisten aufzudecken, so als könnte es ihr nicht gefallen, was sie unter der Oberfläche finden könnte. Trotz des eher geringen Tiefgangs werden die Hauptfiguren mit der Zeit dennoch ganz sympathisch, wecken im Leser das Interesse mehr über die Personen und ihre Geschichte zu erfahren.

Was die "Kriminalität" des Falls angeht, hat die Autorin in meinen Augen dann an der ein oder anderen Stelle doch sehr dick aufgetragen. Es gibt eine Vielzahl an Verdächtigen, dabei wird so nahezu jedes Klischee eines "guten deutschen Fernsehkrimis" bedient. Dazu gibt es jede Menge Verwicklungen, die natürlich zu immer neuen und "noch unglaublicheren" Wendungen führen, bis das Ganze dann am Ende in einem beinahe hollywoodreifen Ende gipfelt. Und das alles im biederen Vorder-Taunus. Grundsätzlich eigentlich nicht schlecht, in einer beschaulichen Region wie dieser aber eben doch ein wenig unglaubwürdig. 
Die Regionalität hat natürlich, sieht man von der übertriebenen Handlung mal ab, auch ihren Reiz. Frankfurt und der Vorder-Taunus sind von hier [ich lebe in Marburg] nun mal gar nicht so weit weg. So kennt man den ein oder anderen Schauplatz, wenn nicht in "live", dann doch zumindest namentlich. Das ist mal was anderes, als ein "anonymer Fall" in New York, Boston, Paris oder ach wo auch immer....
Und lässt man sich von der, in der Regionalität etwas unpassend übertriebenen Handlung des Buches nicht stören, so ist der letzte Teil des Buches tatsächlich noch unerwartet spannend und lässt einen auf den letzten Seiten dann doch nicht mehr los. Am Ende wollte ich schlussendlich einfach wissen, wie es ausgeht und mochte das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen.

Für diese Steigerung am Schluss, habe ich meine Sterne doch noch mal aufgestockt. Bleibt trotzdem zu hoffen, dass Frau Neuhaus in den weiteren Büchern mehr Gas gibt, die Handlung früher in Fahrt kommt und wir vor allem mehr von den Protagonisten erfahren. Momentan sind sie zwar sympathisch, aber trotzdem immer noch recht blass.

FAZIT:
Kein schlechtes Buch, aber eben auch kein Kracher. 
Dafür sehr gut gemeinte *4 Sterne*


1 Kommentar:

  1. Hi Tom, den ersten Teil habe ich gar nicht gelesen..Ich bin erst später eingestiegen.. Ich denke, dass Nele Neuhaus sich gesteigert hat im Laufe der Jahre..Aber nun kann ich den Band sparen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass es so ist,wie Du schreibst..L.G. Annette

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