Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Montag, 8. April 2013

MALCOLM ROSE: LAB 47 - Gefahr aus dem Labor [Rezension]



Nächste Etappe....
Mit "LAB 47" ist wieder eine weitere Aufgabe für beide meiner "Lese-Challenges" erfüllt.....   :-)


Ursprüngl. Ausgabe Bastei Lübbe
(Bildquelle: Eigenes Foto)

Genre:

Thriller

Kurzbeschreibung:

Das Buch wurde nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

"Ein Hochbrisanter Thriller über die Risiken der Gentechnik  über biologische Waffen und Rassismus - Viel zu aktuell, um bequem zu sein.

Der junge Chemiker Kyle arbeitet seit kurzem für den Pharmakonzern Yttria. Die extremen Sicherheitsmaßnahmen seiner Firma irritieren ihn, aber noch misstrauischer wird er, als er eines Tages eine E-Mail erhält, in der von tödlichen medizinischen Versuchen des Yttria-Konzerns die Rede ist. Zusammen mit der jungen Ärztin Helen recherchiert er weiter und stößt auf ein geheimes Forschungsprojekt von ungeahnter Tragweite: Im abgeschotteten Labor 47 entwickelt der Konzern ein genetisches Produkt, das längst kein Heilmittel mehr ist. Kyle und Helen bekommen bald am eigenen Leib zu spüren, wie brisant dieser Fall ist."   
(Quelle: Klappentext der Lübbe-Ausgabe)

Taschenbuch, 382 Seiten
Jugendbuch (ab 12 Jahre)*
Ursprünglich erschienen bei Bastei Lübbe
(Vorliegende Ausgabe vergriffen.)
Aktuell aufgelegt im Arena Verlag
   
Bzgl. der Einstufung als Jugendbuch s. Kommentar unten in der Rezension.

Über den Autor:

"Malcolm Rose war bis 1996 Chemie-Dozent an der Universität. Sein anstrengender Beruf ließ ihm wenig Zeit zum Schreiben von Romanen, und der Großteil seiner Texte damals ist deshalb nach Mitternacht entstanden. Inzwischen ist Malcolm Rose ein hauptberuflicher Jugendbuchautor, der für packende Thriller mit wissenschaftlichem Hintergrund bekannt ist und in England schon zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Aber er ist der Meinung, dass das Schreiben guter Bücher gar nicht so verschieden von der Arbeit eines Chemikers ist – beides „kann hochexplosiv sein“!"
(Quelle: Autoren-Info Arena Verlag)

Mein Fazit:

Hmmm... Na ja....
»Ein hochbrisanter Thriller...« sagt der Klappentext?!? Ja, hätte es vielleicht werden können. Hätte...!
Meine Begeisterung hält sich hingegen in Grenzen. Das Thema jedenfalls hätte einiges hergegeben und nach Lektüre des Klappentextes hatte ich auch hohe Erwartungen, da ich Viren-Thriller nun mal liebe. Und wenn dann die Genetik noch mit von der Partie ist, gibt es für mich in der Regel kein Halten mehr. Sicher ein Grund mehr, wärum ich nach der Lektüre wohl eher enttäuscht bin. Nicht, dass das Buch ein schlechtes wäre, aber der angekündigte "Knaller" blieb dann doch leider eher aus. Gute Durchschnittslektüre würde ich sagen. Doch werden wir mal sachlich....

Wie schon gesagt, die Thematik an sich birgt einiges an Potential und enthält durchaus Sprengstoff. Schade, dass der Autor nicht das daraus gemacht hat, was es hätte werden können. 
Die Handlung kommt zunächst nur langsam in die Gänge und das bleibt auch über weite Teile des Buches so. Obwohl die Story einige Spannungsspitzen enthält, die das Buch durchaus lesenswert machen, gelingt es dem Autor in meinen Augen nur leidlich, Schwung in die Sache zu bringen. Und so fehlt dem Buch von Anfang bis Ende irgendwie ein wenig das Tempo. Auch die spannenden Momente bleiben, obwohl sie im Buch immer wieder aufflackern, irgendwie flach, vielleicht beschreibt es auch der Ausdruck "distanziert". An dieser Stelle fällt es mir ein wenig schwer die richtigen beschreibenden Worte zu finden. Es passiert etwas wirklich spannendes, aber irgendwie ist das Ganze dann gleichzeitig recht schnell abgehandelt und es bleibt ein wenig das Gefühl ´Oups, was war das denn jetzt?´. 

Dass das Buch nicht so richtig Fahrt aufnimmt, liegt vielleicht auch ein wenig an den verschiedenen Handlungssträngen und der Vielzahl der damit verbundenen Personen und Orte.  Zu Beginn und auch über weite Teile des Buches stehen diese verschiedenen Handlungsstränge zum Teil sehr unverbunden nebeneinander. Die verschiedenen Orte sind über drei Kontinente verteilt, Schauplätze sind England (wobei hier zunächst erst gar nicht klar ist, ob nun das englische oder das amerikanische "Cambridge" gemeint ist), verschiedene Orte der USA und Südafrika. Somit gibt es insgesamt vier Hauptschauplätze an denen sich die Handlung zunächst recht unabhängig von den anderen Schauplätzen abspielt. Dies bringt sehr häufige Szenenwechsel mit, die darüber hinaus nicht besonders gut kenntlich gemacht sind. Innerhalb eines Kapitels folgen die Szenenwechsel einfach durch Beginn eines neuen Absatzes. So braucht es eine ganze Weile, bis sich der Leser so weit eingelesen hat, dass er nach einem Abschnitts-Wechsel sofort wieder weiß, wo er sich eigentlich gerade befindet.
Zudem hätte der Autor den Handlungsstrang "Südafrika" in meinen Augen durchaus unter den Tisch fallen lassen können. Zwar trägt dieser dazu bei, die furchtbaren Konsequenzen der vom Autor erdachten "Taten" (ich will hier nicht zuviel verraten) plastischer zu machen. Doch ich denke, hätte er die Handlung in England und den USA spannender und rasanter ausgeführt, wäre dieser "Ausflug" ans afrikanische Kap gar nicht unbedingt nötig gewesen. 
Oft tragen solche Szenenwechsel ja auch zur Erhöhung der Spannung bei (Stichwort. Cliffhänger), doch hier fand ich das Ganze eher störend und immer wenn grad ein bisschen Fahrt rein kam, brach die Spannung dadurch wieder ein. Erst relativ zum Schluss kommt eine gewisse "Rasanz" in die Story und der Schluss ist dann einigermaßen spannend.

Wenn ich während des Tippens nun so mitlese, bekomme ich selbst den Eindruck als schriebe ich hier grade einen ziemlichen Verriss. Doch das soll es gar nicht sein. Das Buch hat durchaus auch seine Qualitäten und die Geschichte ist an sich ja schon interessant. Ich habe mich grundsätzlich nicht gelangweilt, doch die Nägel abgekaut habe ich mir eben auch nicht. Will sagen, ich bin nicht böse, es gelesen zu haben, es ist auf keinen Fall verschenkte Zeit gewesen. Doch ich habe eben auch schon bessere gelesen. 

Noch ein paar Worte zum Thema "Jugendbuch". Dass es sich bei dem Buch um Jugendliteratur handeln soll, wusste ich zunächst gar nicht. Ich habe das Buch irgendwann gekauft, weil es mir im Buchhandel "über die Füße gelaufen" ist und es sich eben ungemein spannend anhörte. Dann wanderte es aber eben doch - wie so viele andere - ins Regal und erst als ich jetzt für die Rezension ein bisschen weiter im Internet geforscht habe, fand ich heraus, dass es ein Jugendbuch sei. Warum, das kann ich nicht genau sagen. Bei der Lektüre ist mir das jedenfalls nicht bewusst geworden. Als erwachsener Leser würde man, denke ich gar nicht auf den Gedanken kommen, dass man es hier mit Jugendliteratur zu tun hat. Dem Buch selbst kann man es jedenfalls nicht entnehmen, wenn man von dem kurzen Hinweis auf Malcolm Rose als "Jugendbuch-Autor" in der oben aufgeführten Beschreibung zum Autor mal absieht, welche auch im Buch abgedruckt ist. Ob ich das Buch allerdings schon für einen 12-jährigen empfehlen würde.... Hmmm... Na ja!  

FAZIT:
Kein schlechtes Buch, aber auch nichts Besonderes.
Von mir dafür sehr gut gemeinte
*3 Sterne*


Aktuelle Ausgabe Arena Verlag:

Bildquelle: Arena Verlag

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen