Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 14. April 2013

MICHAEL SCHMID: Fragmente des Wahns [Rezension eBook]


Nächste Etappe....
Mit "Fragmente des Wahns" ist wieder eine weitere Aufgabe für eine meiner beiden "Lese-Challenges" erfüllt.....   :-)



(Bildquelle: Autoren-Homepage)

Genre:

Thriller / Psychothriller

Kurzbeschreibung:

"Was würdest du tun, wenn dein Leben völlig aus den Fugen gerät?
Wie weit würdest du gehen, um es zurückzubekommen? Wärst du bereit für die Wahrheit?

Als Alex nach einem harmlosen Autounfall in einem Regensburger Krankenhaus erwacht, ahnt er noch nicht im Entferntesten, was ihn und seine Familie erwarten wird. Nichts in seinem Leben und in seiner Gedankenwelt wird mehr so sein, wie es einst war. Denn das Grauen und furchtbare Halluzinationen warten nur darauf, sachte an die Oberfläche zu treten und einen Wahn ohnegleichen auszulösen.

Und am Ende stellt sich nur eine Frage:
Wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen, bis er zerbricht?

(Quelle: Verlagstext)

eBook, ca. 287 Seiten, Preis: 6,99 €
Erschienen im AAVAA Verlag
Auch als Taschenbuch erhältlich.

Über den Autor:

(Bildquelle: Pressefoto Autoren-Homepage)
"Der Autor Michael Schmid wurde am Valentinstag 1984 in der Weltkulturstadt Regensburg geboren und lebt seither dort.

Bereits mit fünfzehn Jahren erwachte die Leidenschaft zum Schreiben in dem jungen Mann. Seine Anfänge fanden in der High Fantasy seinen Ursprung, bis er sich 2010 dem Thriller Genre zuwandte und sich an sein erstes, eigenes Werk wagte.


Mit »Fragmente des Wahns« erfüllte sich im Januar 2012 der Traum des Autors, sein eigenes Buch in Händen zu halten. Seitdem gehören die Abende der Schreibkunst und nach dem Erfolg seines Erstlingswerks, erscheint nun sein zweiter Thriller »760 Minuten Angst«.

Aktuell schreibt der Autor an seiner ersten Jugendbuch-Fantasy-Reihe und wagt sich abermals in ein neues Gefilde, um sich und seine Leserschaft zu erfreuen."
(Quelle: Autoren-Homepage)

Mein Fazit:

Ein spannendes Thriller-Debüt!
Irgendwie ganz anders als erwartet..... Und doch bin ich beeindruckt!

Wo soll ich anfangen bei meiner Bewertung. Es gibt so viele Facetten diesmal. Auf der einen Seite bin ich beeindruckt, völlig gefangen, schon fast bestürzt... an anderer Stelle wiederum auch ein wenig... na ja, enttäuscht? Nein, das ist zu viel gesagt. Das Buch ist äußerst lesenswert, hat aber eben auch stellenweise ein paar Ecken und Kanten. Nichts jedoch, was einem tatsächlich das Lesevergnügen verdirbt. Doch dazu später. Insgesamt war es ein super Buch, voller Spannung und einer über weite Strecken unterschwellig immer wieder mitschwingenden Bedrohlichkeit.

Zunächst einmal war das Buch so ganz anders, als ich es eigentlich erwartet hatte. Warum, das weiß ich gar nicht. Doch als ich mit dem Lesen begann, hatte ich - obwohl ja schon das Cover die Bezeichnung "Psychothriller" ziert - mehr das Bild eines "klassischen Thrillers" im Kopf.  Verbrechen, Crime & Thrill, so was eben.... 
So war ich dann, nach einer Weile des Lesens doch ganz überrascht. Aber durchaus im positiven Sinne, bewegt sich Michael Schmids erster Psycho-Thriller doch mal in eine ganz andere Richtung, als der Leser es so vom "üblichen" Thriller gewohnt ist.

Dabei mutet das Ganze zu Beginn erst gar nicht so sehr thriller-mäßig an. Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit, seine Protagonisten einzuführen, die Handlung und ihre Protagonisten aufzubauen. Und man könnte fast meinen, bevor es so richtig losgeht, ist man durch die Hälfte des Buches schon fast durch. Dabei wirkt es fast mehr, als hätte man ein Psychodrama vor sich statt eines Thrillers. Doch ganz so ist es nicht, im Gegenteil. Denn bei all der langen und ausführlichen "Vorgeschichte" schwingt ganz unterschwellig doch immer eine leicht bedrohliche Stimmung mit. Sie ist kaum greifbar und doch ist sie immer da. So erfüllt der lange, sanfte Aufbau der Geschichte seinen Zweck. Je tiefer der Leser in das harmonische Leben der Protagonisten eintaucht, desto mehr spürt er auch die Bedrohung. Mehr und mehr schiebt sich die Befürchtung in den Vordergrund, dass genau diese mühsam geschaffene Idylle ganz plötzlich zerstört werden könnte. Darum ist auch der erste Teil des Buches zu keiner Zeit langweilig oder langatmig und liest sich in meinen Augen mit nahezu genauso viel Spannung wie dann der zweite Teil. Nur ist es eine andere Art von Spannung eben.

In besagtem zweiten Teil geht es dann "so richtig ab". Das Tempo legt um einiges zu, das Ganze wird von Seite zu Seite immer rätselhafter und der Autor lässt geschickt Traum, Wahn und Wirklichkeit miteinander verschwimmen. So steigt die Spannung bald ins Unermessliche. Immer wieder wird der Leser durch neue, unerwartete Wendungen verunsichert. Gerade gegen Ende scheint sich doch alles aufzuklären obwohl doch auch die ein oder andere Frage bleibt. Scheinbar.... Denn dann, zu guter Letzt, kommt es doch ganz anders als der Leser glaubt.... 
Fiel es mir schon in der ersten Hälfte des Buches meist schwer, den Punkt zu finden, an dem ich den Kindle "zuklappen" und endlich schlafen konnte, war es in der zweiten Hälfte schier unmöglich. Der letzte Teil musste durchgelesen werden und so rauchte mein Kindle in der Nacht bis kurz nach drei Uhr....

Was das Schreiben angeht, so hat der Autor seinen ganz eigenen Stil, andererseits erinnert die leicht wahnhafte, immer etwas bedrohliche Stimmung auch ein Stück an die Bücher von Sebastian Fitzek. Ich denke, wer Fitzeks leicht "kranken Stil" liebt, wird sich auch mit Michael Schmid prächtig "amüsieren". Ich habe es jedenfalls getan.

Was den eigenen Stil angeht, so möchte ich an dieser Stelle aber auch noch mal an die oben bereits angedeuteten Ecken und Kanten zurückkommen.
Am Anfang des Buches gibt der AAVAA-Verlag den Hinweis: "Dieser Roman wurde bewusst so belassen, wie ihn der Autor geschaffen hat, und spiegelt dessen originale Ausdruckskraft und Fantasie wider.
Dies trägt einerseits dazu bei, dass der dem Autor ganz eigene, sehr junge und frische Stil erhalten bleibt. Ich würde es vielleicht so ausdrücken: Das Buch wirkt an vielen Stellen "unbedarft-naturbelassen". Das tut dem Buch in weiten Strecken äußerst gut, macht es dem Leser sympathisch und hat mir sehr gefallen. 
An anderen Stellen hat es mich aber doch auch ein wenig gestört. Hier hätte eine geringfügige (!) Überarbeitung durch den Verlag vielleicht die ein oder andere sich wiederholende Ausdrucksweise entschärft. Das verlieh dem Buch manchmal auch einen ein ganz klein wenig amateurhaften Eindruck, was das Buch bei der sonst so tollen Story, in meinen Augen gar nicht nötig gehabt hätte.
Das zweite Manko, was mich letzten Endes dann doch sehr gestört hat, waren die vielen Tipp- und Rechtschreib-, und zum Teil auch Grammatikfehler, die doch sehr auffallen. In einem Rohskript sicher völlig normal, erwarte ich mir dann aber beim Endprodukt - bei aller vom Verleger proklamierten "Originalität" - ein wenig mehr "Feinabstimmung" vom Verlag. Dabei stehen im Kindle-Shop bei amazon.de ohnehin bereits zwei Versionen unterschiedlichen Erscheinungsdatums für den Download zur Verfügung. Ich habe mir bereits die aktuellere Version heruntergeladen.

Ein hingegen interessantes i-Tüpfelchen, sind die wohl autobiographischen Bezüge, die der Autor einigen seiner Protagonisten hinzugefügt hat. Zumindest Lesern, welche die facebook-Seite von Michael Schmid und so z.B. auch sein "50 Facts about me"-Video verfolgt haben, werden gewisse Parallelen zwischen dem Autor selbst und dem ein oder anderen seiner Charaktere aufgefallen sein. Hier nur ein paar Stichworte, wie die kleine Narbe in Lisas Augenbraue und der Zusammenhang mit einem "kindlichen" Treppengeländer oder die aus dem T-Shirt-Ärmel herausblitzenden Tätowierungen Ralphies.... Da stellt sich doch die Frage, welche persönlichen Bezüge hat der Autor noch verarbeitet, die uns gar nicht aufgefallen sind?
Spannend...

Alles in allem kann ich also nur sagen. Ich bin sehr postiv angetan von Michael Schmids Thriller-Debüt! Die beiden angesprochenen, eher kleineren Mankos haben mein Lesevergnügen nicht übermäßig gestört und ich kann das Buch jedem Leser nur empfehlen. Insgesamt würde ich dem Buch dafür stolze 4 Sterne verpassen. Schade, dass ich für die schlechte Überarbeitung durch den Verlag leider doch noch einen weiteren ½ Stern abziehen muss. Das wird der Leistung des Autors vielleicht nicht ganz gerecht, doch ist es letzten Endes ja doch immer das Gesamtpaket das zählt.

FAZIT:
Ein gutes (Thriller-)Debüt! Ich freue mich auf mehr!
*3½ Sterne*


Weitere Informationen:

(Bildquelle: 
Wer nun mehr von Michael Schmid lesen möchte, braucht nicht lang zu warten!
Sein zweiter Thriller "760 Minuten Angst" ist bereits im Druck.

Auf der Homepage von Michael Schmid ist der 19. April 2013 als Erscheinungstermin angekündigt.

Als weitere Aktion rund um den Erscheinungstermin habe ich übrigens bereits einen weiteren Beitrag mit einem kleinen Autoren-Interview geplant. 
Es lohnt sich also bald wieder reinzuschauen.










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