Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 6. Juli 2013

NELE NEUHAUS: Tiefe Wunden - Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff [Rezension]

(Bildquelle: Verlagsbild)

Genre:

Krimi/Thriller
(Taunuskrimi)

Kurzbeschreibung:

"Drei Morde und ein dunkles Geheimnis
Der 92-jährige Holocaust-Überlebende David Josua Goldberg wird in seinem Haus im Taunus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion macht der Arzt eine seltsame Entdeckung: Goldbergs Arm trägt die Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war. Dann geschehen zwei weitere Morde, die Hinrichtungen gleichen. Welches Geheimnis verband die Opfer miteinander? Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff weit in die Vergangenheit: nach Ostpreußen im Januar 1945..."
(Quelle: Verlagstext)

eBook, 480 Seiten, Preis: 8,99 €
Erschienen bei Ullstein eBooks
ISBN: 3-548-92091-8
Auch als Taschenbuch & Hörbuch erhältlich.

Über die Autorin:

"Nele Neuhaus wurde in Münster/Westfalen geboren und wuchs in Paderborn auf. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Die ersten drei Romane erschienen noch als Eigendruck, 2008 wurde sie vom Ullstein Verlag entdeckt. Mit ihren Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff hat sich Nele Neuhaus eine begeisterte Fangemeinde geschaffen und gehört zu den meistgelesenen deutschen Krimiautoren."
(Quelle: Verlags-Autoren-Homepage)

Weitere interessante Infos finden sich auf ihrer Homepage und auf der Verlags-Autoren-Homepage..

Zur Leseprobe geht es HIER.
Die Hörprobe zum Hörbuch findet ihr HIER.

Mein Fazit:

Ich weiß, es klingt langsam nach hängengebliebener Schallplatte. Doch auch diesmal muss ich wiederholen, was ich schon in meinen Rezensionen zu Nele Neuhaus erstem Buch und auch ihrem zweiten Werk geschrieben habe: Auch das dritte Buch ist nicht schlecht, ganz nett aufgemacht. Doch so gefeiert, wie die Autorin und ihre Reihe um Bodenstein und Kirchhoff ist, erwarte ich  einfach ein wenig mehr.
So habe ich, nach all dem "Hype" um »Böser Wolf«, angefangen ihre Bücher zu lesen. Eigentlich weil ich ja gern nach all den positiven Kritiken »Böser Wolf« gern lesen, bei einer Reihe aber eben doch nicht mit dem sechsten Buch anfangen wollte. Mittlerweile, nach dem nun dritten Buch, welches nicht unbedingt eine Enttäuschung, bei Weitem aber auch kein Highlight war, überlege ich aber letztendlich bereits doch, ob es sich wirklich lohnt auch noch Buch vier und fünf zu lesen, nur um dann endlich bei »Böser Wolf« anzukommen. Und das dann auch mit der Skepsis, ob ich davon schlussendlich vielleicht auch enttäuscht sein werde?

Aber zurück zur Rezension des hier vorliegenden Buches. Wie ich es von den Neuhaus-Büchern nun schon kenne, dauert es auch hier wieder eine ganze Weile, bis endlich ein wenig Schwung reinkommt. Langsam glaube ich, einen typischen "Nele Neuhaus-Stil" zu erkennen, der da heißt: Zunächst erst mal die ersten ein bis zwei Drittel des Buches leicht und locker "dahinplätschern" - nicht ganz uninteressant und keinesfalls langweilig, aber auch nicht der große "Reißer". Eben gerade so, dass man das Buch nicht weglegen, sondern sich weiter "berieseln" lassen und wissen möchte, was denn wohl aus dem Ganzen wird. Seichte Unterhaltung eben.
Im letzten Drittel dann, diesmal vielleicht auch erst so ab dem letzten Viertel, tritt die Autorin aufs "Spannungs-Gaspedal". Letztendlich steigert sie die Spannung von da an langsam aber stetig bis zum großen Showdown, welcher in meinen Augen aber wiederum dann auch nicht so recht zum Rest des Buches passen will. Möglicherweise einfach auch nicht in den Taunus. 
Auch diesmal hat die Autorin für die Auflösung des Buches ein Szenario erschaffen, welches ein bisschen sehr dick aufgetragen wirkt. So könnte man sich das Ganze vielleicht doch eher an einem Schauplatz wie New York, Washington oder eben Hollywood vorstellen. Für die doch eher beschauliche Taunus-Region jedoch musste ich meine Fantasie schon ganz ordentlich strapazieren.

Davon ab, führt die Autorin diesmal eine ganze Reihe, um nicht zu sagen eine ganze Vielzahl an unterschiedlichsten Personen und Charakteren ein, so dass man beim Lesen stellenweise schon wirklich konzentriert dranbleiben muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Zwar verknüpfen sich all diese Namen, Personen und Orte letztendlich zu einem sinnvollen Gesamtbild, doch so richtig schlüssig will das Ganze auf mich nur recht wiederwillig wirken.

Auch im dritten Band erfahren wir wieder ein wenig mehr von den Protagonisten, lernen erneut einen weiteren Teil ihrer persönlichen Geschichten kennen, womit die Autorin ihren Figuren wieder ein Stück mehr Tiefgang verleiht. Und obwohl sich Pia Kirchhoff diesmal ein ganzes Stück weniger "unprofessionell" aufführt als im zweiten Buch, habe ich auch hier an der ein oder anderen Stelle gedacht: ´Mein Gott, sowas Naives. Und die soll Polizistin sein? Schon ein wenig unprofessionell...´. Aber wie gesagt, doch ein ganzes Stück weniger diesmal und sie hat ja auch ihre wirklich netten Seiten.... 

Tja, wie runde ich das Ganze nun ab? Nachdem ich meine Rezension noch einmal gelesen habe, denke ich fast. ´Ouuups.... Das hört sich ja echt schlecht an. Dafür kann ich doch keine  3½ Sterne vergeben.´, wie ich es aber nach Abschluss der Lektüre nun mal getan habe. Doch ich denke, der spannende (wenn auch überzogene) Schluss und die "leichte-Kost-Lese-Atmosphäre" machen die aufgeführten Einschränkungen wohl doch wieder wett und so schlecht ist das Buch an sich nicht. Auch der Gedanke, dass ich wohl trotzdem weiterlesen werde, und sei es nur, um herauszufinden, ob der Hype um »Böser Wolf« denn nun gerechtfertigt ist oder nicht, verdient dann eben doch noch eine halbwegs gute Bewertung.  

FAZIT:
Auch diesmal wieder erneut nur gute "Durchschnittskost". 
Darum ein weiteres Mal recht gut gemeinte
*3½ Sterne*.


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