Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 7. September 2013

ABGEBROCHEN! - Deon Meyer: Dead at Daybreak [Hörbuch-Rezension]

ABGEBROCHEN! 
Nicht empfehlenswert!

Deon Meyer
Dead at Daybreak / Tod vor Morgengrauen


Die Abbildung zeigt das Cover einer anderen Ausgabe.

(Quelle: audible.com)

Genre:

Krimi / Thriller


Kurzbeschreibung:

"An antiques dealer robbed and killed, and the only clues are a scrap of blank paper and the unusual weapon used. Now ex-cop Zatopek "Zed" van Heerden has 14 days in which to fill in the blanks in this dead man's past - a past which only seems to begin in 1983."  (Quelle: audible.com)

Info zur dt. Ausgabe »Tod vor Morgengrauen«:
"In Kapstadt wird ein Antiquitätenhändler mit einem Schuss geradezu hingerichtet. Sein Safe wurde ausgeraubt, das Testament fehlt, die Kugel stammt aus einer unbekannten Waffe. Der ehemalige Polizist van Heerden wird mit dem Fall beauftragt. Er hat genau sieben Tage Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen."  (Quelle: audible.de)

Ungekürzte, englische Hörbuchfassung
Sprecher: Saul Reichlin
Laufzeit: 13h 03min

In der deutschen Fassung erhältlich unter dem Titel: 
»Tod vor Morgengrauen«

Mein Fazit:    

Es tut mir ja fast leid, dies sagen zu müssen, doch dieses Hörbuch hat meine Geduld auf eine äußerst harte Probe gestellt. Und nicht nur auf die Probe gestellt, sondern letzten Endes auch "gesprengt". In der ganzen Zeit, in der ich Bücher lese, also quasi schon mein Leben lang, ist es bisher nur ganz wenige Male vorgekommen, dass ich bewusst ein Buch abgebrochen habe. Und so habe ich auch bei »Dead at Daybreak" lange mit mir gerungen und mich durch immerhin gute drei Stunden des Hörbuchs gekämpft, bevor ich doch völlig entnervt, beinahe verärgert aufgegeben habe. 

Woran lag es? Zunächst einmal muss ich einfach ganz pauschal sagen, dass ich so etwas schlechtes, zähes und langweiliges mein Lebtag noch nicht gelesen bzw. gehört habe.
Das klingt ein wenig hart und sehr pauschal, doch ich kann es durchaus auch begründen.

Ich habe das Buch schon vor Jahren bei audible heruntergeladen. Als ich damals die Kurzbeschreibung las, welche damals sicher auch noch ein wenig länger und spannender war, hat mich das Buch sehr interessiert. Warum es so lang auf meinem "virtuellen SuB" gelegen hat? Ich weiß es nicht genau. Wahrscheinlich war damals ein anderes Buch einfach wichtiger und dann hat es sich über Jahre einfach geduldet, bis es nun endlich an die Reihe kam. 
Auf jeden Fall habe ich nach der Beschreibung einen spannenden Thriller erwartet. Als ein Südafrika-Liebhaber und ausgesprochener Kapstadt-Fan habe ich mich umso mehr gefreut.

Leider wurden meine Erwartungen herbe enttäuscht. Das Muster ist nicht neu. Zatopek van Heerden, ein gescheiterter Polizist verdingt sich mehr schlecht als recht als wenig erfolgreicher Privatermittler. Doch dann kommt der Auftrag, der sein großes Comeback bedeuten könnte. Ja, kennen wir alles, alles schon mal dagewesen, aber so weit so gut. Schließlich hat das Rezept bei vielen anderen Büchern durchaus zum Erfolg geführt. Dummerweise geht das Konzept hier in meinen Augen, oder besser Ohren, aber diesmal nicht auf. 

Kein spannender Thriller wartet auf den Leser, sondern eine eher eigenartige Mischung aus langatmigem Krimi und einer irgendwie tragisch-dramatischen (oder eben auch weniger dramatischen) Lebensgeschichte des Protagonisten, welche außerdem gespickt ist, mit eigenartigen sexuell "angehauchten" bis beinahe platt pornographischen Szenen.
Die eigentliche "Thriller"-Handlung (wenn man den von Thriller sprechen will) kommt insgesamt nur sehr langsam und schleppend in Gang, von Spannung in den ersten drei Stunden keine Spur. So führen die scheinbar von vornherein wenig aussichtsreichen Ermittlungen von einer Sackgasse in die nächste und das auf eine unglaublich langweilige Art und Weise. 
Natürlich habe ich keinen Zweifel daran, dass irgendwann im Laufe des Buches die "wundersame Wende" eintreten wird, der clever-pfiffige Ermittler (bisher hab ich davon nicht viel gemerkt) den großen Geistesblitz hat und den völlig hoffnungslosen Fall im letzten Moment ganz bestimmt lösen wird. Doch das herauszufinden, dafür fehlte mir dann einfach doch die Geduld.

Die ohnehin nicht besonders spannende Haupthandlung wird immer wieder durch Rückblicke in die Vergangenheit des Protagonisten unterbrochen. Langatmige Erzählungen zu seiner Lebensgeschichte, beginnend damit, wie sich seine Eltern kennen und (mehr oder weniger) lieben lernten, unterbrechen die scheinbar feststeckenden Ermittlungen immer wieder. Damit nicht genug, kommt der Autor recht bald dazu, ausführlich aus der Jugend des Protagonisten zu berichten. Hier vorrangig vor allem vom Erwachen von dessen Sexualität. Seitenlange bzw. minutenlange Beschreibungen des Erwachens der ersten sexuellen Lust unseres schroff-grantigen Privatermittlers, die dazugehörigen Phantasien bei seinen ersten alleinigen "Gehversuchen" haben für mich wenig mit einem Thriller zu tun. Auch trägt es für mich nicht zur Spannung bei, langatmigst zu erfahren, auf welch schräge Art und Weise Zatopeks Mutter meinte, ihn im "hohen Alter" von 16 Jahren doch noch aufklären zu müssen, dabei selbst scheinbar in völlige Erregung geratend. Einfach peinlich!

Ich habe das Hörbuch immer im Auto gehört um mir den Weg zur Arbeit zu verkürzen. Nachdem ich dann morgens auf dem Weg zur Arbeit "miterleben" musste, wie unser junger Protagonist letzten Endes sein erstes Mal erleben durfte (oder kläglicherweise eben auch nicht), dann auch noch wiederholt onanierend seine wesentlich ältere Nachbarin bespannt, war ich eigentlich schon endgültig bedient. 
Doch da war ja noch der Heimweg.... Letzte Chance also für das Buch! Doch auch hier kam der eigentliche Fall wieder nicht weiter, endete erneut in einer weiteren Sackgasse. Als Zatopek dann in einer weiteren Sequenz geballt platter Erotik letztendlich doch, mehr oder weniger unfreiwillig, seine Jungfräulichkeit verlor, durch eine alternde Freundin seiner Mutter (!), war hier das Maß für mich endgültig voll.

Nun möchte ich übrigens nicht prüde klingen. Ich habe durchaus nichts an gut gemachter, sagen wir stilvoller Erotik in einem Buch auszusetzen. Auch in einem guten Thriller nicht. Wenn sie gut gemacht ist, wie gesagt. Und wenn sie zur Handlung passt, diese vielleicht auch sogar noch ein Stück weiterbringt. Ein solcher Zusammenhang erschließt sich mir jedoch in »Dead at Daybreak« nicht im geringsten. Möglicherweise macht das Ganze im späteren Verlauf der Handlung auch noch irgendeinen Sinn. Nachdem ich mich aber nun gute drei Stunden gelangweilt, ja zum Teil deutlich genervt gefühlt habe, werde ich diesen tieferen Sinn wohl nicht mehr entschlüsseln.

FAZIT:
Wer meint es ausprobieren zu müssen, bitte sehr. Bei audible, wie auch bei amazon häufen sich die guten Bewertungen nur so!?!
Ich kann nur sagen, meine Erwartungen wurden bitter enttäuscht und ich habe mich maßlos gelangweilt! 

Da ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe, vergebe ich hier keine Sterne-Bewertung.


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