Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 12. Januar 2014

DAVID NICHOLLS: Zwei an einem Tag [Rezension]

Und auf den letzten Drücker habe ich dann zum Jahresende doch noch ganz unerwartet eine weitere Etappe in meiner "Lese-Challenge" geschafft. »Zwei an einem Tag« ist die No. 24 in der Liste.....   :-)


(Bildquelle: Verlagsbild Kein & Aber)

Genre:

Roman


Kurzbeschreibung:

"Der neue Roman von David Nicholls stellt einen Tag, den 15. Juli, und zwei eigentlich füreinander bestimmte Menschen, die es nur noch nicht wissen, in den Mittelpunkt. Er besticht nicht nur durch Situationskomik, sondern auch durch die genaue Darstellung des Allzumenschlichen.
      
»Gerade stelle ich mir dich mit 40 vor!« – doch in dieser Nacht, am 15. Juli 1988, sind Emma und Dexter noch zwanzig, haben sich bei der Abschlussfeier 
kennengelernt, die Nacht zusammen durchgemacht, am nächsten Morgen gehen beide ihrer Wege.

Wo werden sie an genau diesem Tag ein Jahr später stehen? Und wo in all den darauffolgenden Jahren? Und werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können und deren Wege sich immer wieder kreuzen, weiterhin immer gerade knapp verpassen – oder können sie sich selbst und dem anderen irgendwann eingestehen, dass sie trotz aller markanten Unterschiede füreinander bestimmt sind? Während zwanzig Jahren nimmt David Nicholls jeweils den 15. Juli ins Visier, zeigt, wie Emma und Dexter ihren Weg suchen, reisen, lieben, ausprobieren, sich aber nie aus den Augen verlieren."   
(Quelle: Verlagstext Kein & Aber)

eBook (Kindle-Edition), 544 Seiten
Originaltitel: One Day
Erschienen im Verlag Kein & Aber
Auch erhältlich als:
- Gebundene Ausgabe
- Taschenbuch
- Gekürzte Hörbuchfassung (CD & Download)

Über den Autor:

"David Nicholls, geboren 1966, war Schauspieler, bevor er Drehbuchautor von britischen Erfolgsserien wie Cold Feet, I Saw You und Rescue Me wurde.

Bei Kein & Aber erschien 2005 sein erster Roman Keine weiteren Fragen (Starter for Ten), der in England gleich von durchschlagendem Erfolg war und wochenlang auf der Bookseller-Bestenliste stand. Die Verfilmung des Romans erfolgte im Herbst 2005 durch Tom Hanks’ Produktionsfirma Playtone, welche auch die Filmrechte des zweiten Romans, Ewig Zweiter (The Understudy) erworben hat.
Nicholls dritter Roman Zwei an einem Tag (One Day) steht im Moment wieder auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und die Verfilmung läuft gerade in den deutschsprachigen Kinos.

David Nicholls lebt als Drehbuchautor und Autor in London."
(Quelle: Autoren-Info des Verlags Kein & Aber)

Weitere interessante Infos finden sich auf der Autoren-Homepage zum Buch.
Die offizielle Autoren-Homepage (engl.) findet sich HIER.

Lese- und Hörprobe

Leseproben finden sich ebenfalls auf der Autoren-Homepage zum Buch: HIER
Zur Hörprobe auf audible.de geht es HIER(Button unter dem Cover)

Mein Fazit:

Zu Beginn war ich angenehm überrascht, am Ende tief beeindruckt...
Zunächst einmal muss ich sagen, es war wohl eher Zufall, dass ich das Buch gelesen habe, denn es gehört eigentlich nicht ganz zu meinen Standard-Genres. Als damals der Film in die Kinos kam, wurde ein riesen Hype darum gemacht (Was doch massive Werbekampagnen so alles bewirken können...) und so habe auch ich mir vorgenommen, mir den Film anzuschauen. Draus geworden ist jedoch nie etwas. Dann gab es das Buch vor einigen Monaten als Gratis-Download bei amazon.de. "Na, für umsonst...", dachte ich mir und habe mir das Buch auf meinem Kindle geladen. Und dort hat es dann auch vor sich "hingegammelt". Bis ich dann über die Weihnachtstage krank im Bett lag und ein bisschen "leichte Kost" nötig hatte. Da entsann ich mich, dass "Zwei an einem Tag" ja noch auf meinem Kindle wartete und begann zu lesen...

Ich begann zu lesen und wurde nicht enttäuscht. Wobei sich aber doch recht bald herausstellte, dass die "leichte Kost" gar nicht so leicht und locker-flockig war, wie ich erwartet hatte. Zunächst einmal hatte ich auf Grund der Filmvorschau von damals etwas ganz anderes erwartet. Für mich klang es so, als träfen sich die zwei immer ganz bewusst NUR an diesem einen Tag und das über Jahre hinweg, bis es wohl irgendwann doch zum Happy End kommen würde, so meine Vermutung. 
Doch weit gefehlt. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder und das nicht nur an eben diesem einen Tag im Jahr. Doch hat sich der Autor dazu entschieden über Jahre hinweg immer nur eben diesen zu beschreiben. Dabei gelingt es ihm äußerst geschickt, obwohl wir immer nur genau diesen 15. Juli miterleben, trotzdem die Lücken aufzufüllen, welche von Jahr zu Jahr dazwischen liegen. Und dies macht er sehr gekonnt, in der Regel ohne langwierige Nacherzählungen, oft einfach durch kurze Randbemerkungen, die jedoch alles beinhalten, was der Leser braucht, um sich den Fortgang des Ganzen schlüssig "zusammenzureimen". 

Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und obwohl das Buch mit seinen 544 Seiten ja auch keins von den ganz kurzen ist, empfand ich es als recht kurzweilig. Dennoch lag ich mit meiner "leichte Kost"-Vermutung, wie schon erwähnt, doch etwas daneben. Zwar verpackt in eine mit viel Situationskomik und stellenweise auch recht schwarzem Humor punktenden Liebesgeschichte, durchleben Nicholls Protagonisten im Verlauf der Jahre einiges an Höhen, aber auch umso mehr Tiefen. Der Autor scheut sich dabei nicht, trotz aller Komik auch schwere Themen anzupacken und eine Vielzahl an tragischen Momenten in seine Handlung einfließen zu lassen. Dennoch gelingt es ihm, bei aller Schwere, die das Buch stellenweise mit sich bringt, den Leser immer mit maximal einem weinenden und einem lachenden Auge zurückzulassen, ihn auch nach tragischen Momenten wieder aufzuheitern und das Ganze zu einem doch irgendwie runden Abschluss zu bringen. Womit der Leser das Buch zum Guten Schluss zwar sicher nachdenklich, doch aber zufrieden und "mit sich selbst im Reinen" zuschlägt. 

Zu guter Letzt muss ich allerdings auch noch eine kleine Kritik anbringen. Obwohl ich das Buch weiter oben als "trotz seiner Länge kurzweilig" beschrieben habe, gab es für mich dennoch einige Passagen, die ich als etwas lang erlebt habe. Nicht unbedingt langweilig, das war das Buch in keinem Fall und zu keiner Zeit. Einige wenige Stellen waren dann aber eben doch ein wenig langatmig und so hätte das Buch an manchen Punkten ruhig ein kleines bisschen kürzer sein dürfen. Nichts jedoch, was dem "Gesamt-Lesevergnügen" einen Abbruch getan hätte. Hierfür gibt es aber eben trotzdem einen kleinen Abzug.

FAZIT:
Komisch, tragisch, trotzdem romantisch und unerwartet tiefgründig... Lesen!  :-)
*4 Sterne*

Noch ein Wort zum Film

Nachdem ich den Film damals ja verpasst und dann, wie oben schon erzählt, zum Buch gegriffen habe, wollte ich den Film nach Abschluss der Lektüre natürlich doch endlich auch sehen. Was soll ich sagen.... Ich war enttäuscht! Kein schlechter Film, aber eben auch nicht der erwartete Kracher!

Gut, womöglich lag es ein wenig mit daran, dass ich gerade erst wenige Tage vorher das Buch beendet hatte. Es ist ja keine Seltenheit, dass der Film hinter dem Buch zurückbleibt. Und wenn ich in Ruhe darüber nachdenke, ist es gerade in diesem Fall wohl kaum verwunderlich. Es ist wohl auch kaum zu erwarten, die Lebensgeschichten zweier Menschen über 20 Jahre (!) hinweg, in knapp zwei Stunden Film unterbringen zu können. Selbst wenn es sich dabei immer nun um einen Tag handelt. 
Doch so wirkte der Film über weite Strecken sehr gehetzt, ein Tag reihte sich an den nächsten und die Zuschauer wurden so durch die Jahre "gescheucht". Viel an Handlung aus dem Buch fehlte oder war einfach sehr, sehr knapp gehalten. Da ich das Buch ganz frisch kannte, fiel es mir leicht, trotzdem alles nachzuvollziehen. Meine "Mitgucker", die das Buch nicht kannten, zogen jedoch schon an der ein oder anderen Stelle die "Was-war-das-denn-jetzt-Augenbraue" hoch.
Vielleicht hätte mir der Film besser gefallen, wenn ich das Buch nicht gekannt hätte. Doch den großen Hype, den es damals darum gab, kann ich nicht nachvollziehen.


Die Homepage zum Film findet sich HIER.


1 Kommentar:

  1. Ich liebe dieses Buch und was den Film betrifft...tja, wie es meistens bei Buchverfilmungen so ist, kann der Film einfach nicht mithalten. Du hast ganz recht, dass er gehetzt wirkt und bei mir kam auch einfach dieses Feeling nicht auf...trotzdem ist er nett.
    Liebe Grüße
    Martina

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