Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Freitag, 3. Januar 2014

MICHAEL HJORTH & HANS ROSENFELDT: Die Frauen, die er kannte [Hörbuch-Rezension]


(Bildquelle: audible.de)

Genre:

Krimi / Thriller

Kurzbeschreibung:

"Der zweite Band der Krimireihe um Sebastian Bergman.

Nach dem vierten Mord innerhalb kurzer Zeit steht Kommissar Höglund unter Druck: Alle Opfer wurden brutal mißhandelt und die Abstände zwischen den Taten verkürzen sich. Die Handschrift deutet auf den Serienmörder Edward Hinde – doch der sitzt seit Jahren im Hochsicherheitstrakt des Stockholmer Gefängnisses. Eine Sicherheitslücke? Ein Nachahmungstäter?

Höglund holt den Mann ins Team, der Hinde einst hinter Gitter brachte: Sebastian Bergman. Doch auch für den eigenwilligen Kriminalpsychologen wird der Fall zu einem Albtraum ...
"   
(Quelle: Verlagstext Audiobuch Verlag)

Ungekürzte Hörbuchfassung
Sprecher: Douglas Welbat
Laufzeit: 19h 33min
Erschienen im Audiobuch Verlag.
Erhältlich als:
- Taschenbuch
- ungekürzte Hörbuchfassung (Download)
- gekürzte Hörbuchfassung (CD & Download)
- eBook

Über die Autoren:

"Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell."

"Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, ist in Schweden ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator und ein gefragter Drehbuchautor, zuletzt schrieb er die Vorlage für die ZDF-Koproduktion The Bridge."  
(Quelle: Autoren-Infos Rohwohlt Verlag)

Über den Sprecher:

Douglas Welbat wurde 1957 als Sohn des Schauspielerehepaares Sigrid Hackenberg und Alexander Welbat in Berlin geboren. Nicht nur als erfolgreicher Hörbuchsprecher leiht er seine Stimme. Als Synchronsprecher ist er in einer Vielzahl von Film- und Fernsehproduktionen zu hören. Darüber hinaus arbeitet er auch als Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent und Regisseur. 

Hörproben:

Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.
Zur Hörprobe beim Audiobuch-Verlag geht es HIER.
(Die Buttons unter den Covern.)

Mein Fazit:

Nachdem ich gerade den ersten Band der Reihe des Autoren-Duos Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt um ihren doch eher unsympathischen Protagonisten Sebastian Bergman zu Ende gehört hatte (Renzension hier), war ich unentschlossen. Sollte ich nun gleich den zweiten Band hören? Nicht so richtig ein Fan von "nordischen" Krimis war ich doch ein wenig hin und her gerissen. Der erste Band hatte mir schon irgendwie gefallen und obwohl ich meine "Nordic-Skepsis" bisher noch immer nicht so richtig ablegen konnte, hat mich das erste Werk immerhin so weit fasziniert, dass ich mich letztendlich doch zur Vergabe von immerhin guten 4 Sternen habe hinreißen lassen. Wahrscheinlich war der Entschluss, den zweiten Band doch gleich im Anschluss zu hören eher eine "wenn ich ihn jetzt nicht gleich höre, dann les ich ihn wahrscheinlich gar nicht mehr"-Entscheidung.

Was soll ich sagen. Es geht mir mit dem zweiten Band ähnlich. Er war irgendwie gut, aber so richtig in Begeisterungsstürme breche ich auch diesmal nicht aus. Möglicherweise liegt es an der, den Schwedenkrimis oft so ganz eigenen Stimmung, vielleicht aber auch einfach an der Länge bzw. den wieder sehr viel Raum einnehmenden "persönlichen" Passagen, welche auch Band 2 der Reihe wieder beherrschen. Die Autoren schildern sehr viel Hintergrund-Handlung und persönliche Aspekte ihrer Protagonisten, insbesondere natürlich Sebastian Bergman betreffend. Dies macht die Sache einerseits zwar auch interessant, nimmt andererseits aber auch häufig viel von der Spannung, da die eigentliche Krimi-Handlung damit doch immer wieder etwas in den Hintergrund gerückt wird. Letzten Endes lese ich das Buch ja, da ich einen spannenden Krimi lesen möchte und nicht eine (tragische) Lebensgeschichte. Schwierig in diesem Fall, da die Autoren Bergmans Lebensgeschichte hier eng mit der Krimi-Handlung verknüpft haben.

Aber trotz alle dem muss ich doch auch zugeben, dass mir der zweite Teil dennoch gut gefallen und mich tatsächlich sogar mehr gefesselt hat, als der erste Fall. Dies mag daran liegen, dass nun schon eine gewisse Beziehung zu den Protagonisten besteht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Sebastian Bergman hier langsam - ganz langsam - ein wenig (!) sympathischer wird. Ironischerweise liegt dies nun wohl genau daran, dass wir mehr von seiner persönlichen Geschichte erfahren und er so für den Leser schlichtweg, trotz all seiner Ecken und Kanten, ein wenig weicher wird. Er ist und bleibt auch im zweiten Teil durchaus noch immer der grobe Unsympath, der er auch im ersten schon war. Doch mit dem Hintergrundwissen, das die Autoren dem Leser hier vermitteln, hat der Leser nun einfach mehr Verständnis für das abweisende und zumeist verletzende Verhalten, das Sebastian Bergman gemeinhin seinen Mitmenschen zu Teil werden lässt. Das Wissen, warum er so ist, wie er eben ist, lässt all diese Gemeinheiten für den Leser in einem anderen Licht erscheinen. 

Der Fall an sich ist gut und schlüssig aufgebaut und die Autoren lassen zum guten Schluss beim Leser keine offenen Fragen zurück, welche sich auf Unstimmigkeiten in der Geschichte zurückführen ließen. Alles in allem hätte sicher die ein oder andere Stelle durchaus etwas weniger ausführlich ausfallen können. Das hätte das doch allzu dicke bzw. lange Buch in meinen Augen noch lesenswerter gemacht und hätte der Handlung an sich sicher keinen Abbruch getan.


Trotz all meiner Zurückhaltung und Vorbehalte bezüglich dieses Werkes, die sich in meinen eben geschriebenen Zeilen wohl nur allzu deutlich wiederspiegeln, habe ich aber dennoch Gefallen an dem Buch und irgendwie sogar am "fiesen Sebastian Bergman" gefunden. Und wie schon beim letzten Band ist mir das Ganze auch diesmal, wenn auch hier wieder recht gut gemeinte, 4 Sterne wert.
Und vielleicht spricht es für sich, dass ich bei eben all dieser, eben angesprochenen Zurückhaltung, dennoch gleich den dritten Band bei audible.de heruntergeladen habe, um hier direkt anzuknüpfen und zu erfahren, wie es wohl mit Bergman und seiner Geschichte weitergehen wird. 

Noch ein letztes Wort zum Sprecher. Hier ist meiner Beurteilung in der letzten Rezension kaum etwas hinzu zu fügen. Auch diesmal macht er seine Sache ebenfalls wieder sehr gut. Er liest eingängig, schafft Atmosphäre und durch seine gut differenzierte Betonung und stimmlich doch überraschende Vielfalt verleiht er den einzelnen Charakteren eine jeweils ganz eigene Persönlichkeit. Gut anzuhören!

FAZIT:
Auch der zweite Band ist lesens- bzw. hörenswert. Ein nicht mehr ganz so widerwärtiger Sebastian Bergman schleicht sich ganz langsam (!) in die Herzen der Leser und löst "nebenbei" einen äußerst spannenden Fall.
*4 Sterne*

Sebastian Bergmann-Krimis

»Die Frauen, die er kannte« ist der zweite Titel der Reihe des Autoren-Duos Hjorth & Rosenfeldt um Sebastian Bergman. Ich empfehle schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

In dieser Reihe bisher erschienen:
  • Der Mann, der kein Mörder war (Rezension)
  • Die Frauen, die er kannte
  • Die Toten, die niemand vermisst (Rezension)
  • Das Mädchen, das verstummte (Rezension)
  • Feste Feiern, wie sie fallen (Bergman-Kurzgeschichte) (Rezension)

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