Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Dienstag, 21. Januar 2014

MICHAEL SCHMID: 760 Minuten Angst [Rezension]


Letzte Etappe....
"760 Minuten Angst" war die Etappe No. 25 und bildete damit den Abschluss meiner "Lese-Challenge" im Jahr 2013.....   :-)



Genre:

Thriller / Psychothriller


Kurzbeschreibung:

"Sieben Personen.
Sieben Handlungsstränge.
 Eine Schnitzeljagd.
         
In Regensburg erhalten fünf junge Leute eine Einladung zu einer Schnitzeljagd. Sehr schnell erkennen die Mitspieler, dass es sich nicht um ein Kinderspiel handelt, sondern um eine Jagd auf Leben und Tod. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als an diesem Alptraum teilzunehmen. Ihr Eigenes und das Leben Ihrer Liebsten steht auf dem Spiel.

760 Minuten pure Angst
(Quelle: Verlagstext)

eBook, ca. 368 Seiten, Preis: 8,99 €
Erschienen im Spielberg Verlag
Auch als Taschenbuch erhältlich.




Über den Autor:

(Bildquelle: Pressefoto Autoren-Homepage)
"Der Autor Michael Schmid wurde am Valentinstag 1984 in der Weltkulturstadt Regensburg geboren und lebt seither dort.

Bereits mit fünfzehn Jahren erwachte die Leidenschaft zum Schreiben in seinem Herzen. Seine Anfänge fanden in der High Fantasy seinen Ursprung, bis er sich 2010 dem Thriller Genre zuwandte und sich an sein erstes, eigenes Werk wagte.

Mit »Fragmente des Wahns« erfüllte sich im Januar 2012 der Traum des Autors, sein eigenes Buch in Händen zu halten. Seitdem gehören die Abende der Schreibkunst und nach dem Erfolg seines Erstlingswerks, erschien im Mai 2013 sein zweiter Thriller »760 Minuten Angst«.

Aktuell schreibt der Autor an seiner seiner ersten Jugendbuch Fantasy Reihe, die sich dem Thema Engel und Gefallene annimmt. Der erste Band wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 erscheinen.
"
(Quelle: Autoren-Homepage)

Mein Fazit:

Guter Stoff, doch leider hatte ich mir bedeutend mehr erwartet....

Hmmmm.... Was soll ich sagen? Ich muss zugeben, ich bin leider ein wenig enttäuscht. 

Die Story klang so vielversprechend, der Stoff ist gut und birgt eine Menge Potential. Leider hat Michael Schmid dieses Potential für mein Empfinden nicht genutzt, denn das Buch hätte ein echter Kracher werden können. Es fällt mir ein bisschen schwer das so zu sagen - denn ich hatte mit dem Autor auch im letzten Jahr schon einen wirklich netten persönlichen Kontakt im Rahmen meines Autoren-Interviews - doch muss ich leider dennoch ganz offen sagen, für mich ist das Buch leider allenfalls Mittelmaß.

Die Story an sich bietet, wie schon gesagt, einiges an Potential. Die verschiedenen Protagonisten und ihre Geschichten sind gut aufgebaut, werden vom Autor recht interessant eingeführt und es geht zu Beginn auch recht zügig los. Ohne langes Vorgeplänkel schlittert jeder der "Spieler" gleich rasant und auf dennoch ziemlich nebulöse Weise in seinen Teil der Schnitzeljagd. Die Einführung gelingt Michael Schmid recht gut und so ist die Spannung schnell geweckt. Die einzelnen Handlungsstränge und die jeweils zugehörigen Protagonisten scheinen zunächst völlig unverbunden nebeneinander zu stehen. Einzige Verbindung ist die "Einladung" zur Schnitzeljagd, die die jeweiligen "Spieler" zu Beginn erhalten.

So führt der Autor, klar voneinander abgegrenzt, einen nach dem anderen, die verschiedenen Handlungsstränge mit den jeweiligen Personen ein. Insgesamt gibt es sieben Handlungsstränge, die der fünf Mitspieler, einen des Täter und einen weiteren, welcher zunächst ohne jegliche Verbindung und völlig aus dem Kontext herausgenommen zu sein scheint. Was gut strukturiert und mit Spannungsaufbau beginnt, wird jedoch im Laufe des Buches irgendwann leider etwas nervig. Denn der Autor hält an dieser Struktur konsequent fest und über das gesamte Buch hinweg wird so in immer gleicher Reihenfolge Handlungsstrang 1 bis 7 nacheinander "abgearbeitet". Das wirkt irgendwann dann ein wenig wie am Fließband, wird mit fortschreitender Handlung zunehmend eintönig und nimmt immer wieder etwas von der Spannung.
Zudem hatte ich das gesamte Buch über das unbestimmte Gefühl, dass der erwähnte siebte Handlungsstrang durchaus verzichtbar gewesen wäre. Zwar wird er zu guter Letzt schlüssig aufgelöst und mit der restlichen Handlung verknüpft. Nichtsdestotrotz hätte dem Buch aber auch nicht wirklich etwas gefehlt, wäre dieser Part gar nicht erst mit in die Story aufgenommen worden. Weniger wäre in meinen Augen an dieser Stelle mehr gewesen.

Auch was den Schreibstil angeht, bin ich ein wenig ambivalent. Über weite Teile des Buches ist der Stil Michael Schmids durchaus ansprechend, gut im Fluss und äußerst eloquent. Immer wieder jedoch gibt es auch Passagen, in denen wirkt der Sprachstil einfach und wenig ausgefeilt, beinahe wie aus einem Schulaufsatz. Kaum wiederzuerkennen, so als wäre der Autor plötzlich nicht mehr der gleiche. Wirklich schade, denn die ansprechenden Passagen lesen sich wirklich gut.
Darüber hinaus entstand allzu oft das Gefühl, dass der Thrill in der Hauptsache durch recht drastische Darstellungen von roher Gewalt, Ekelfaktor oder plastische Beschreibungen von Schmerz erzeugt werden sollte. Ein bisschen weniger davon, dafür ein wenig mehr subtile "Psychotricks" hätten den Spannungsbogen meiner Meinung nach deutlich stärker gespannt. 

Eine letzte Kritik geht sicherlich in erster Linie an den Verlag. Der Text - zumindest in der eBook-Version - strotzt nur so vor Tipp- und Rechtschreibfehlern. Sicher lassen sich gewisse Fehler auch bei noch so guter Bearbeitung nicht ganz vermeiden. Wenn sich jedoch alle paar Seiten Fehler finden, dann frage ich mich schon, wofür ich gutes Geld für ein Buch zahle. Hier sollte doch der Verlag, ein Lektor (oder wer immer sonst für so etwas zuständig ist) eine entsprechend gründliche Korrektur durchführen. Und nicht nur dass einzelne Tippfehler vorhanden waren, richtige Schnitzer wie "wen" statt "wenn" oder "viel" statt "fiel" (fallen) wiederholten sich sogar mehrfach. So etwas finde ich mehr als störend. Da sollte der Verlag schon wesentlich mehr Sorgfalt walten lassen....

Insgesamt bin ich also leider eher enttäuscht von einem Buch, an das ich auf Grund der Beschreibung vorher doch recht hohe Erwartungen hatte. Die Story an sich hat mich trotzdem gefesselt und bei aller Kritik wollte ich dennoch wissen, wie letztendlich alles zu Ende geht. Mit viel gutem Willen fällt mein Urteil mit immerhin doch noch 3 Sternen wohl alles in allem noch recht milde aus. Dennoch, beim nächsten Thriller erwarte ich ein wenig mehr, lieber Michael!

FAZIT:
Gute Story mit viel Potential, leider eher schwach umgesetzt.
Dafür noch (sehr wohlgemeinte)
*3 Sterne*.



Interview

Mein Interview mit dem äußerst netten, aufgeschlossenen und bodenständigen Autor findet ihr übrigens HIER

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