Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 18. Januar 2015

DANIA DICKEN: Am Abgrund seiner Seele [Rezension]


(Bildquelle: Eigenes Foto)

Genre:

Psychothriller

Kurzinfo:

"Im beschaulichen ostenglischen Norwich treibt ein Vergewaltiger sein Unwesen. Seine Opfer sind allesamt Studentinnen. An der Universität geht bald die Angst um, da die Polizei dem Täter machtlos gegenübersteht. Unverhofft wird die Psychologie-studentin Andrea Zeugin einer Tat und schafft es durch ihr beherztes Eingreifen, den Täter zu verjagen.

Einige Wochen später wird eine junge Frau tot aus den Sümpfen geborgen, nachdem sie vergewaltigt und ermordet wurde. Andrea vermutet sofort, daß ein Zusammenhang besteht und versucht, dem ermittelnden Sergeant McKenzie zu helfen, als der sie verzweifelt darum bittet – allen Bedenken und Einwänden ihres Freundes Gregory zum Trotz.

Als eine zweite Studentin tot aufgefunden wird, ahnt Andrea, daß ihr psychologisches Profil des Täters der Wahrheit näher kommt, als ihr lieb ist – er ist ein Serienmörder und steht am Anfang einer grausigen Karriere …
"
(Quelle: Klappentext Autorinnen-Homepage )

Taschenbuch / Broschur
Erhältlich als:
- Taschenbuch
- eBook


Über die Autorin:

"Dania Dicken, Jahrgang 1975, schreibt seit ihrer Kindheit. Sie studierte Psychologie, Informatik und Soziologie und arbeitet als Online-Redakteurin. Bislang veröffentlichte sie zwei Fantasy-Romane und verfasste neben dem Unsterblichen-Epos auch eine längere Psychothriller-Reihe"
(Quelle: Autoren-Info im Buch)

Weitere interessante Infos über den Autorin findet ihr auf ihrer Autorinnen-Seite.

Leseproben:

Verschiedene Leseproben findet ihr HIER. 

Mein Fazit:

Ein solider Thriller... 
Es fällt mir wieder einmal nicht ganz leicht, diese Rezension zu schreiben. Denn ich stehe ein weiteres Mal vor dem Problem, ein Buch zu rezensieren, mit dessen -im Übrigen sehr netter- Autorin ich schon persönlich in Kontakt stand und trotzdem (ganz ungehemmt) mein objektives Urteil abzugeben, welches nicht vor überschäumender Begeisterung sprüht. Meist ist es eben immer nicht ganz so einfach, keine "ekstatische 5-Sterne-Bewertung" abzugeben, wenn man doch schon so einen netten Austausch mit der wirklich äußerst sympatischen Autorin hatte.
Dennoch, wir wollen ja auch bei ehrlicher Objektivität bleiben.... ;-)

Dabei hört es sich jetzt wahrscheinlich danach an, als würde nun ein vernichtendes Urteil folgen. Mitnichten! Davon bin ich weit entfernt! Denn auch, wenn mich das Buch nicht gleich grenzenlos begeistert hat, hat mir Danias Auftakt zu ihrer Profiler-Reihe durchaus gefallen. Einige von euch wissen vielleicht, dass ich selbst Psychologe bin. Und auch wenn ich mich mit Forensik, Profiling, Verbrechensbekämpfung und der Psyche von Vergewaltigern und Serienkillern überhaupt nicht auskenne, so interessieren mich Thriller in denen Polizeipsychologen oder ähnliche Figuren eine tragende Rolle spielen natürlich immer besonders. 

Die Story an sich ist wirklich gut, wenngleich ich zeitweise schon daran gezweifelt habe, wie realistisch es denn tatsächlich ist, dass eine Psychologie-Studentin so intensiv in die Ermittlungen zur Aufklärung einer solchen Verbrechensserie einbezogen wird. Aber das lassen wir einfach mal so stehen, schließlich sprechen wir hier von Fiktion. 
Insgesamt ist die Story gut angelegt und birgt viel Potenzial, welches die Autorin in vielen Teilen auch voll ausgeschöpft hat. Zwischendurch hatte das Buch für mich aber auch seine Längen. Die persönlich-private Entwicklung nimmt für meinen Geschmack an manchen Stellen für einen Thriller doch ein wenig viel Raum ein. Zwar dient dies sicher dem Aufbau der einzelnen Charaktere und schafft letzten Endes Beziehung zwischen Leser und Protagonisten, trotzdem wäre an der ein oder anderen Stelle weniger für mich letztlich doch mehr gewesen.

Der Schreibstil der Autorin ist insgesamt sehr angenehm. Stellenweise ist allerdings auch durchzuspüren, dass es sich hierbei eben nicht um ein "großes Verlagswerk", sondern um ein "Self-publishing" handelt (wenn ich da richtig informiert bin). Manche Passagen wirken doch ein wenig "wackelig", vielleicht nicht ganz so "professionell", was dem Buch aber auch einen eigenen Charakter gibt. Eben keine Massenware.
Weiterhin sei angemerkt, dass die Autorin sich in einem anderen Punkt aber durchaus mit "den Großen" des Genres messen kann. Denn Leser mit schwachen Nerven seien gleich vorgewarnt. Die Beschreibungen der Geschehnisse sind oft nicht zimperlich. Frau Dicken weiß sich durchaus äußerst detailliert-plastischer Beschreibungen der menschlichen Grausamkeiten zu bedienen, zu welchen ihr Bösewicht in der Lage ist. Nichts für zartbesaitete Gemüter also....

Sicher kann man über all die kleinen Kritikpunkte für sich genommen getrost hinweg sehen. Im Gesamtpaket hat es für mich aber eben doch dazu geführt, dass ich mich nicht mehr zu einer 4-Sterne-Bewertung durchringen konnte. Was aber nicht heißen soll, dass mir das Buch im Ganzen nicht trotzdem gefallen hätte. So bin ich letzten Endes bei guten 3,5-Sternen gelandet. Das beste Zeichen aber, dass Danias erster Thriller der Profiler-Reihe keine Enttäuschung für mich war, ist wohl, dass ich der Jungprofilerin Andrea auf jeden Fall eine weitere Chance geben werde. Denn in »Armes reiches Mädchen« werde ich ihr ein weiteres Mal über die Schulter schauen und darauf freue ich mich schon. Ich werde euch auf jeden Fall wieder davon berichten!  

FAZIT:
Insgesamt ein solider Psychothriller. Kein Top-Hit, aber dennoch ein lesenswertes Werk, dass mir spannende Lesestunden beschert hat.
*3½ Sterne*


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