Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 14. März 2015

MICHAEL GATES GILL: Starbucks und ich - Wie ich alles verlor und das Glück wiederfand [Rezension]

Und auch Starbucks bringt mich wieder einen Schritt weiter in meinen Lesechallenges.... ;-)

(© Foto: Th. Witte)

Genre:

Autobiographischer Roman /
Erzählung


Kurzinfo:

"So inspirierend und belebend wie ein guter starker Kaffee
Michael Gates Gill ist am Ende: sein Job ist weg, seine Ehe ruiniert - und dann wird er auch noch schwerkrank. Völlig deprimiert trinkt er eines Tages einen Kaffee bei Starbucks, als er ein Angebot erhält, das sich als die Chance seines lebens entpuppt...

Starbucks und ich ist die überraschende Geschichte eines Mannes, der glaubte, alles verloren zu haben, und dadurch zu sich selber fand."
(Quelle: Klappentext)

Taschenbuch / Broschur
Originaltitel: How Starbucks saved my live
Vergriffen, im Handel nur noch gebraucht erhältlich als:
- Taschenbuch


Über den Autor:

"Michael Gates Gill, Sohn des legendären New-Yorker-Journalisten Brendan Gill, war über ein Vierteljahrhundert als Kreativdirektor im weltweit größten Unternehmen der Werbebranche tätig. Heute lebt er in New York, ganz in der Nähe der Starbucksfiliale, in der er arbeitet - im, wie er sagt, »besten Job, den ich je hatte«."
(Quelle: Autoren-Info Klappeneinband)

Weitere interessante Infos über den Autor findet ihr auf seiner Homepage

Mein Fazit:

Berührend, vielleicht inspirierend, manchmal auch etwas selbstverliebt (?) ... 
Das Buch von Michael Gates Gill ist alles andere als Mainstream. Es ist einfach mal etwas ganz anderes. Kein Lebensratgeber, dennoch ein Buch, welches zum Nachdenken anregt, möglicherweise auch über das eigene Leben, die eigene Einstellung und darüber, ob man nicht vielleicht doch im eigenen Leben nach möglichem "Veränderungspotential" suchen möge...??? Dabei kommt der Autor nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, erzählt einfach -oft äußerst selbstkritisch- aus seinem eigenen Leben.

Wie schon gesagt, sollte man nicht erwarten mit Gills autobiographischem Roman einen schlauen Lebensratgeber in der Hand zu halten. Vielmehr gibt er in seinem Buch seine Lebensgeschichte preis. Eine Lebensgeschichte, wie sie wohl -mit allen Höhen und Tiefen- bewegender nicht hätte sein können. Dabei geht er zum Teil hart mit sich selbst ins Gericht, gibt sich zeitweise auch recht gesellschaftskritisch, ist dabei aber niemals anklagend, kommt auch nicht als der gute "Märchenonkel" daher, dessen "Moral von der Geschicht" nun alle Welt für ihr eigenes Leben umsetzen muss. Trotzdem enthält seine Geschichte aber eben auch die ein oder andere Lebensweisheit, über die es sich vielleicht nachzudenken lohnt. 

Im ersten Teil rechnet er zunächst mit seinem Leben ab, mit seinem bisherigen Leben "vor Starbucks". Gnadenlos ehrlich, ist er unbarmherzig und hart mit sich selbst, seinen eigenen Fehlern, seiner bisherigen Lebenseinstellung. Dann kommt der Wandel. Mit dem unerwarteten Jobangebot bei Starbucks verändert sich für ihn alles. Michael Gill Gates macht ganz neue Erfahrungen. Erfahrungen mit Menschen, die er möglicherweise früher keines zweiten Blickes gewürdigt hätte. Erfahrungen mit Lebenseinstellungen, die er in seinem "vorherigen Leben" kaum für möglich gehalten hätte. 

Seine Geschichte erzählt er aus Perspektive der Zeit, die er bei Starbucks durchlebt hat, immer wieder unterbrochen durch Rückblicke in sein altes Leben, von frühester Kindheit bis hin zum "neuen Jetzt". Diese Rückblicke erscheinen meist dann, wenn der Autor davon berichtet, wie er eine neue erstaunliche Erfahrung macht, die oft im völligen Gegensatz zu seiner bisherigen Lebenseinstellung steht. So erzählen die Rückblenden von den Fehlern, die er in seinem Leben gemacht hat, untermauern, warum er zu dem geworden ist, was er bisher war oder zeigen, was oder wer er künftig auf keinen Fall mehr sein möchte.

Die Geschichte liest sich interessant, ja stellenweise fast spannend. Allerdings muss ich auch sagen, dass gerade die vielen Rückblenden diesen Fluss manchmal für mich auch ein wenig gestört haben. Besonders weil der Autor hier von einer Vielzahl besonderer Begegnungen berichtet. Der Vater ein berühmter Journalist, hoch angesehen in der hohen Gesellschaft, der junge Michael später selbst auf einer Elite-Universität, trifft er schon in frühen Jahren eine Reihe berühmter, hoch angesehener Persönlichkeiten. Gerade in ihrer Vielzahl wirken diese Begegnungen, unter anderem mit Ernest Hemmingway, Jackie Kennedy, ja sogar ein "Zusammenstoß" mit der Queen -und noch vielen weiteren- ein bisschen überzogen. Stellt man sich doch ab und an die Frage: Fantasiert er sich jetzt hier was zusammen oder ist das wirklich alles passiert. 
Ein bisschen wirkt es, als als sei er nach wie vor recht selbstverliebt. Doch scheint es (bei weiterer Recherche) als seien diese Begegnungen wirklich alle wahr und der Autor wolle damit tatsächlich eher seinen Sinneswandel untermauern.

Die vielen Rückblenden haben mich, wie gesagt, zeitweise in meinem Lesefluss gebremst, mir immer wieder ein wenig der Spannung genommen. Zumindest bei einem Teil davon wäre weniger in meinem Augen tatsächlich mehr gewesen. Darum in der Bewertung ein wenig Abzug. Dennoch hat mich das Buch zutiefst berührt und ich finde es äußerst lesenswert. Ich kann darum, trotz der kleinen Einbußen, welche ich eben beschrieben habe, eine absolute Leseempfehlung aussprechen.       

FAZIT:
Interessant, berührend und äußerst lesenswert, mit kleinen Einschränkungen.
Kaufen!
*3½ Sterne*

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